Aktuelles/Wissenswertes

11.04.2019

Der immerwährende Beruf

Netz und Smartphones machen es möglich: ein Großteil der Beschäftigten sind für den Arbeitgeber auch außerhalb der Kernarbeitszeit erreichbar, die Mehrzahl davon jederzeit. Ständige Erreichbarkeit wiederum wird von Arbeitnehmer*innen inzwischen als größter Stressfaktor betrachtet – noch vor Termindruck oder Überstunden. Das Problem wird umso gravierender empfunden, je weiter oben auf der Karriereleiter die Beschäftigten stehen. Das Privatleben wird dann gedanklich von beruflichen Fragen ständig dominiert, der Erholungswert der Freizeit sinkt.

Das Leben in ständiger beruflicher Bereitschaft belastet natürlich auch das Familienleben stark. Jede Unterbrechung stört familiäre und private Aktivitäten, und damit die wichtigste persönliche Ressource des Menschen. Eine Trennung von Familie und Beruf ist nicht mehr gegeben, der Beruf ist das Leben, er ist nicht länger nur ein Teil davon.

Einen Unterschied macht es allerdings, ob diese Entgrenzung verordnet oder freiwillig geschieht: Existenzgründer oder Projektverantwortliche fühlen sich in der Regel weniger belastet als abhängig Beschäftigte. Alle Untersuchungen aber zeigen, dass unregelmäßige, ungeplante und entgrenzte Arbeitszeiten regelhaft zu psycho-vegetativen Beschwerden führen können.

Im Kern geht es daher immer darum, zu vermeiden, dass sich Privat- und Berufsleben vermischen. Eine zunehmend entgrenzte Arbeitszeit muss durch Vereinbarungen wieder begrenzt werden, damit noch Raum für das Privatleben bleibt. Zu achten ist dabei auf die Freiwilligkeit flexibler Arbeitszeiten, auf eine inhaltliche Autonomie, auf eine Planbarkeit und auf das erkennbare Bemühen des Arbeitgebers, unnötige Belastungen zu vermeiden. Der Weg dorthin führt über Betriebs- und Dienstvereinbarungen.

Nicht nur Arbeitgeber können die Folgen mindern, auch die Beschäftigten selbst sind gefragt: Nur wenn sie nicht allen Erwartungen entsprechen, wenn sie selbst auf ihre Grenzen achten, kann es gelingen, die Arbeitsbelastung in einem tolerablen und nicht gesundheitsschädlichen Bereich zu halten.

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