Aktuelles/Wissenswertes

01.11.2018

BEM

Die Sache mit dem Geld

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) in Unternehmen ruht auf drei Säulen: Dem Arbeitsschutz, der Gesundheitsförderung und dem ‚Betrieblichen Eingliederungsmanagement‘ (BEM). 

Nur zwei dieser Säulen sind aber einem Kostenträger klar zugeordnet: Für den Arbeitsschutz tritt im Falle eines Falles die Unfallversicherung ein, bei der Gesundheitsförderung sind es die Krankenkassen. Das BEM aber wurde vom Gesetzgeber dem Schwerbehindertenrecht zugeordnet (SGB IX, Teil 2), obwohl ein Burn-Out, eine Stress-Symptomatik oder ein Suchtproblem kaum als Schwerbehinderung gelten dürfte.

Im Prinzip bleiben die gesundheitlichen Aufgaben beim BEM auf den ‚Goodwill‘ von Kostenträgern angewiesen, eine ‚Zuständigkeitspflicht‘ gibt es hingegen nicht. Künftig sollten daher die Reha-Träger ‚kooperationspflichtig‘ werden, um eine zentrale Lücke beim BEM zu schließen.

Weitere Lücken gibt es aber auch bei den BEM-Strukturen selbst. So müssen Unternehmen zwar BEM-Einrichtungen im Unternehmen schaffen. Was es aber oft nicht gibt, das sind ‚Beschwerdestellen‘, an die sich ein Betroffener wenden kann, wenn ihm eine BEM-Maßnahme nicht, nicht zeitgerecht oder nicht ordnungsgemäß angeboten wurde. Es spricht derzeit alles dafür, das BEM in den gesetzlichen Arbeitsschutz zu integrieren, wo solche Möglichkeiten dann seit langem vorhanden sind.

Kurzum – beim BEM stehen sowohl die Kostenübernahmen wie auch die rechtlichen Möglichkeiten für Betroffene noch immer auf wackligen Beinen.