Aktuelles/Wissenswertes

14.01.2019

Gelenkte Gelenke

"Leibesübungen":

Wir alle werden älter, wir treiben mehr Sport - und die Gelenke verschleißen. Längst gilt dieser Befund als die Epidemie der Zukunft: Jeder Fünfte ist bereits betroffen - bei steigenden Tendenz. Was tun?

Aktive Menschen sind motorisch gesehen zehn Jahre jünger, als solche, die sich kaum bewegen. Dies fanden Forscher von der Sport-Uni Karlsruhe in einer Langzeitstudie heraus. Ihr Fazit: Ein aktiver 60jähriger gleicht einem 50jährigen mit Bewegungsmangel.

Nehmen wir das Knie: Auf das wirken im Alltag Kräfte, die bisweilen dem zehnmaligen Körpergewicht entsprechen, zum Beispiel beim Treppensteigen. Dabei steigt die Belastung um bis zu 400 Prozent. Der Knorpel ist hierbei der Puffer zwischen den Knochen, er braucht Nährstoffe, um seine elastische Struktur zu erhalten. Die Bewegung führt ihm diese zu: Jede Be- und Entlastung füttert unseren Knorpel mit Sauerstoff und Nährstoffen. Deshalb sollten wir am Arbeitsplatz einmal in der Stunde aufstehen und zwei Minuten umhergehen. Das allein verhindert schon, dass der Knorpel austrocknet und porös wird. Mit solch einfachen Mitteln schon können wir den Gelenkverschleiß (Arthrose) reduzieren.

Ein inaktives Leben beschleunigt generell alle natürlichen Alterungsprozesse. Nehmen wir die Muskeln: Ab dem dreißigsten Lebensjahr bauen wir Muskelmasse in Fettgewebe um. Wenn wir dem nicht entgegenwirken, verfügen wir mit 80 Jahren nur noch die Hälfte unseres Muskelgewebes. Jede Bewegung bremst diesen Alterungsprozess, die Art der Bewegung ist letztlich nicht so entscheidend.

Hier vier kleine Übungen, um locker durch den Tag zu kommen.

  1. Zur Decke streben:
    - Strecken Sie die Arme bei aufrechtem Oberkörper abwechselnd nach oben und greifen Sie mit den Händen Richtung Decke. 
    - Versuchen Sie dabei, immer länger zu werden. 
    - Achten Sie darauf, nicht mit dem Oberkörper zu schwanken. 
    - Führen Sie diese Kletterbewegung zwanzigmal aus.
  2. Ausfallend werden: 
    - Machen Sie aus geradem Stand mit dem rechten Bein einen Ausfallschritt nach hinten. 
    - Die rechte Ferse drücken Sie fest auf den Boden. 
    - Beugen Sie das linke Bein jetzt soweit, bis es in der rechten Wade angenehm zieht. 
    - Stützen Sie sich dabei mit den Händen auf dem linken Bein ab.
  3. Immer an der Wand lang: 
    - Stützen Sie sich mit der linken Hand an der Wand ab. 
    - Stellen Sie sich auf das linke Bein. 
    - Umfassen Sie das rechte Fußgelenk mit der rechten Hand und führen Sie den Unterschenkel möglichst weit an den Po heran. 
    - Bewahren sie einen kleinen Abstand zwischen Po und Ferse. 
    - Schieben Sie das rechte Bein dann nach vorn und strecken Sie die Hüfte, gehen Sie dabei nicht ins Hohlkreuz. 
    - Führen Sie diese Übung mit jedem Bein zweimal aus.
  4. Kopfsache: 
    - Drehen Sie den Kopf langsam nach rechts und dann zurück zur Mitte und anschließend nach links und dann wieder zurück zur Mitte. 
    - Halten Sie den Kopf dabei gerade.