Aktuelles/Wissenswertes

14.01.2019

Was aber ist Kommunikation?

Das Wörtchen 'Kommunikation' ist allgegenwärtig, und es wird doch so oft missverstanden: Der eine sagt dies, die andere sagt daraufhin das - und schon soll 'Kommunikation' stattgefunden haben. Gespräche aber, die einen bloßen Austausch von Meinungen bewirken, sind keine Kommunikation, zumindest nicht im Wortsinn und der Sache nach.

Die Wortwurzel des Begriffs stammt aus dem Lateinischen: 'Communicare' bedeutet 'gemeinsam handeln'. Die Tat muss also aus dem Gespräch folgen, wie der Donner dem Blitz. Wir kennen auch etliche Ableitungen dieses Wortes: Die 'Exkommunikation' in der katholischen Kirche bspw., wodurch ein 'Ketzer' aus der Gemeinschaft jener ausgestoßen wird, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Auch die 'Kommune' zählt dazu, wo Bürger ihr Gemeinwesen idealerweise zum Wohle aller gestalten.

Die kommunikative Wahrheit hat stets viele Facetten. Es kann in der Kommunikation nie ums Rechthaben gehen, sondern nur darum, möglichst alle Blickwinkel in eine Lösung einzubeziehen, weil das Ergebnis sonst gar kein tragfähiger Kompromiss wäre. Gelungene Kommunikation zeichnet sich folglich dadurch aus, dass alle Ansichten darin Berücksichtigung fanden. Nur so entsteht die gemeinsame Basis für solide Lösungen in einer Gesellschaft, die sich immer rasanter wandelt.

Die Wirklichkeit sieht anders aus. Viele Personal- und Betriebsräte kennen das Problem: Da tummeln sich zunächst die McKinsey-Leute auf allen Etagen, danach werden 'per ordre de mufti' scheinbare "Lösungen" von den Führungsetagen herab 'implementiert', das Management verkündet stolz, dass es doch alle darüber 'informiert' habe, jeder Einwand von unten, dass die neuen Maßnahmen doch so nicht funktionieren könnten, wird aus einer Position der 'höheren Einsicht' heraus konsequent ignoriert. Kurzum: Fehlende Kommunikation ist zumeist die Ursache eines dann absehbaren Desasters. Wie das Kaninchen auf die Schlange hat die Führung, unterstützt von schablonenhaft verfahrenden Beratern, nur auf eine Facette des multiperspektivischen 'Wahrheits-Diamanten' gestarrt.

Wirkliche Kommunikation besteht daher zu einem guten Teil aus 'Empathie', aus der Fähigkeit, sich in die Welt des anderen einfühlen zu können. Erst, wenn sich alle Beteiligten auf diese Art 'verstehen', kann Kommunikation gelingen. Das wiederum fordert viel von allen Beteiligten - von denen oben, und von denen unten. Kommunikation würde nicht so oft misslingen, wenn sie einfach wäre ...