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01.11.2018

Zehn Gebote bei Stress

Leibesübungen

Stress ist im Leben unausweichlich. Was wir aber beeinflussen können, ist unser Denken über die Situation. 90% unseres Stresserlebens entstehen im Vorfeld, schon beim Nachdenken. Es gibt zehn Denkfallen, die es hier zu vermeiden gilt.

1. Ich muss immer alles perfekt machen, ich darf mir keinen Fehler erlauben!

So zu denken, ist Quatsch, denn ‚Versuch und Irrtum‘ bewegten seit jeher die Welt. Schrauben Sie die Ansprüche an sich und die eigene Leistung herab. Wer häufig "ich muss" oder "ich darf nicht“ denkt, gerät schneller unter Stress als Menschen, die realistisch ihre Grenzen akzeptieren.

Das Gegen-Mantra: 80 Prozent tun’s manchmal auch. 

2. Mir fehlt es an allem!

Die Zeit reicht nicht, ich habe nicht genug Informationen, mir fehlen notwendige Hilfsmittel … überall Mangel, Mangel, Mangel. Der Gedanke nicht genug Hilfsmittel zu haben, führt zu negativem Stress. Dies ist ein sich selbst verstärkender Prozess, ohne jedweden produktiven Impuls.

Das Gegen-Mantra: Das ist doch alles nicht mein Problem.

3. Da kann man nix machen!

Gedanken schaffen Wirklichkeit. Wir können uns nicht anders verhalten, als es uns unser Denken vorgibt. Sind wir der Meinung, dass wir keinen Einfluss aufs Geschehen haben, dann sind wir auch faktisch machtlos - ein Gefühl, dass emotionalen Stress auslöst.

Das Gegen-Mantra (kölsche Version): Et is doch noch immer joot jejange!

4. Warum immer ich?

Diese Verallgemeinerung erzeugt ein negatives Denkmuster (‚Framing‘). Wir hängen fest in einem Netz und bedauern uns selbst. Die Welt kennt nur noch schwarz oder weiß. Aus einer Situation, die nur einen Teilbereich des Lebens betrifft, wird eine umfassende Bedrohung. Was enormen Stress auslöst.

Das Gegen-Mantra: Heute lief‘s nicht so gut, morgen ist ein neuer Tag!

5. Es ist doch so, wie ich es sage.

Der Tunnelblick lässt grüßen. Unter Tunnelblick versteht man die selektive Wahrnehmung. Es werden nur Informationen berücksichtigt, die zu den eigenen Überzeugungen passen. Der verengte Blick führt dazu, dass wir das alte Tapetenmuster des Denkens unaufhörlich wiederholen. Das führt zu Fehlurteilen und setzt uns unter Stress.

Das Gegen-Mantra: Und was ist, wenn ich mich irre?

6. Das haben wir schon immer so gemacht!

Routine tut gut und hilft uns, einen komplexen Alltag ohne großen Aufwand zu bewältigen. Doch manchmal bringen uns eingefahrenen Gleise nicht weiter, unser Gewohnheitsdenken scheitert regelhaft am Außergewöhnlichen. Gerade in Stresssituationen sollten wir mit Alternativen arbeiten, um vielleicht neue Lösungen für bestehende Probleme zu finden.

Das Gegen-Mantra: Ich bin offen für alles!

7. Ich habe Angst, dass ich das nicht länger durchhalte!

Die Verknüpfung von Angst und Stress ist besonders belastend. Ich gehe dann stressigen Situationen ständig aus dem Weg. Ein solches Vermeidungsverhalten ist kräftezehrend, und führt nicht zu einer Lösung des Problems. Ich kämpfe gegen meine Ängste, statt der Realität ins Auge zu schauen.

Das Gegen-Mantra: Dem Problem haue ich endlich mal voll auf die Zwölf!

8. Ich muss immer alles unter Kontrolle haben.

Kontrollverlangen zeigt Mangel an Vertrauen: Mangel an (Ur-)Vertrauen in das Leben, Mangel an Vertrauen in die Mitmenschen, und letztlich auch Mangel an Vertrauen in mich selbst. Die ständige Kontrolle bewirkt, dass wir uns ständig unter Stress setzen. Mit dem Misstrauen steigen Puls und Blutdruck, wenn wir ständig glauben, alles überwachen zu müssen. Was wiederum gar nicht gelingen kann …

Das Gegen-Mantra: Ich kann gar nicht alles kontrollieren!

9. Ich muss den anderen beweisen, dass ich es kann.

Soziale Anerkennung ist ein Grundbedürfnis. Fehlt sie, oder ist die Kluft zu groß zwischen unserem Einsatz, den wir zeigen, und der Anerkennung, die wir dafür erhalten, werden wir krank. Vertrauen sie auf Ihre Kompetenz, Sie müssen niemandem etwas beweisen. Sie haben es bereits bewiesen und geschafft.

Das Gegen-Mantra: Ich weiß, dass ich es kann!

10. Ich darf niemanden enttäuschen!

Natürlich wollen wir es allen recht machen, wir wollen, dass uns alle liebhaben. So aber machen wir uns auch zum ‚Gefühls-Butler‘, der allen nach dem Mund reden muss. Dieser stressbelastete Spagat ist gar nicht zu schaffen.

Das Gegen-Mantra (mit Goethe): Ein Schuft, wer keine Feinde hat!